Weiterverwendung alter Stempel an bestimmten Schaltern

Der Schriftführer hat kürzlich seine Sammlung durch den lange gesuchten weiterverwendeten Taxis-Stempel von Friedberg ergänzt. Dieser kommt erstaunlicherweise (Friedberg ist nicht so klein) zur NDP-Zeit kaum vor und ist besonders als Annahmestempel auf Paketbegleitbriefen bekannt. Erst in RB 96-75 haben wir wie schon öfters auf die Vorgehensweise hingewiesen: Wenn es in größeren Ämtern separate Schalter gab, erfolgte zunächst die Entgegennahme des Pakets, Gewichtsermittlung und Stempelabdruck auf dem Begleitbrief durch einen Unterbeamten. Offenbar benutzte dieser Unterbeamte in Friedberg am Annahmeschalter den alten Stempel, während ein anderer Beamter später die Marken verklebte und (mit seinem Stempel) abstempelte. Deswegen ist auf den Marken der neue K1g abgeschlagen. Ab und bis wann wurde aber der alte Stempel als Annahme­stempel für Paket­sendungen verwendet? Wer kennt Belege mit diesem Stempel, bei denen er in anderer Funktion verwendet wurde?

Paketbegleitbrief mit vorausbezahltem Bestellgeld (Vermerk „Gz. frei!“) von 2 Kreuzern,

getrennt (7 / 2) rot taxiert.

 

Stempel mit mehreren Typen

Eine Typenverschiedenheit haben wir für WERDEN entdeckt; hier ist in der Briefkopie die andere Type zum direkten Vergleich mit hineinkopiert, so dass der Unterschied deutlich wird; die Buchstaben des Ortsnamens stehen näher oder weiter zueinander.

Wechsel der Typen von Datumsziffern

Auf eine andere „Kleinigkeit“ beim Registrieren von Stempeln ist der Schriftführer beim Anschauen von Belegen aus Mecklenburg gestoßen. Vielleicht sind manchmal die Steckeinsätze verlorengegangen oder unbrauchbar geworden, und man hat andere Einsätze beschafft.

 

Gerade für Sammler bestimmter Orte und Gebiete ist das eine schöne Suchaufgabe, die Daten eines solchen Wechsels einzugrenzen – hier Beispiele aus HAGENOW: links mit kleinen Ziffern, rechts mit großen.

 

 

 

Einzeiliger Stempel von „Ventschow“

Hier ein Brief mit dem begehrten weiterverwendeten Postablage-Stempel von „Ventschow“. Dieser weiterverwendete mecklenburgische Postablagestempel kommt nur mit den Stempeln der übergeordneten Postanstalten KLEINEN und HAGENOW-ROSTOCK vor. Die porto­pflichtige Dienstsache ist an den Oberkirchenrat Schliemann gerichtet, vielleicht ein Verwandter des berühmten Archäologen, der ja aus Mecklenburg stammt.

 

 

Partiebrief in Dresden mit schwarzem Franco-Stempel

Wir sehen hier einen violetten ¼ - Groschen-Stempel als Rahmenstempel sowie den bei Partiebriefen üblichen Vermerk „bez.“, sowie den F-Stempel DRESDEN N2 (Handbuch Nr. 29-2) in schwarz (im Handbuch bislang nur für 29.1.71 als in schwarz gemeldet aufgeführt). Eine seltsame Kombination! Glaubte man, das Violett für den ¼ - Stempel reiche als Hinweis aus, dass der Brief bezahlt ist? Offenbar erfüllt der F-Stempel hier nur Ortsaufgabestempel-Funktion.

 

 

Brief mit Stempel P.S.P. nach Frankreich

 

Über die ab und zu anzutreffenden Dienstbriefe mit einem Stempel x.S.P. nach Frankreich (x kann für verschiedene Buchstaben stehen, so B für Bayern/Baviere oder Baden/Bade, S für Schweiz/Suisse und eben P für Preußen/Prusse) ist in verschiedenen ArGen schon mehrfach berichtet worden.

 

P.S.P. bedeutet „Prusse Service Public“, und der Stempel wurde üblicherweise in roter bis violetter Farbe auf Dienstbriefen nach Frankreich abgeschlagen, um zu bestätigen, dass der Brief (zumindest in Deutschland) portofrei war.

 

 

Auslandsbrief von einer neuen Postanstalt

Aus den meist kleinen Orten, in denen zur NDP-Zeit eine neue Postanstalt eröffnet wurde, sond besondere Versendungsformen wie Auslandsbriefe meist sehr selten. Hier ein Einschreiben nach England aus der 1868 neu eröffneten Postanstalt in HAMM-HORN, die Nummer 10 von Hamburgs Expeditionen.

 

 

 

 

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